Die kleinen Geheimnisse von blauen Flecken

Blaue Flecken

Das kennt jeder von uns: einmal gegen die Tischkante gestossen – und schon bald erscheint der typische blaue Fleck auf der betroffenen Stelle. Manche Menschen neigen zu blauen Flecken auch ohne offensichtlichen Grund. Was steht dahinter und wie wird man blaue Flecken los?

Einen blauen Fleck, oder Hämatom, kann man schnell bekommen. «Ein blauer Fleck oder Bluterguss ist eine Blutung im Körper, ohne dass Blut nach aussen tritt», so Peter Walger, leitender Arzt für Internistische Intensivmedizin und Infektiologie an den Johanniter-Kliniken in Bonn. Meist sind solche kleine Blutergüsse nach Stössen harmlos und verschwinden einige Tage später von selbst. Sie entstehen, wenn das Blut nicht an die Oberfläche tritt, sondern sich im benachbarten Fett- und Bindegewebe verteilt. Als Folge entsteht die bekannte farbliche Veränderung unter der Haut: erst blau und lila, dann grün, dann gelb. Hier kommt der gut durchdachte Prozess der Blutgerinnung ins Spiel. Ohne Blutgerinnung könnte die Blutung nicht stoppen und die verletzten Gefässe könnten nicht heilen. Langsam verändert sich die Farbe des Fleckes durch bestimmte Enzyme, die in unserem Körper die Blutrückstände abbauen, wobei das grüne Biliverdin und das gelblich schimmernde Bilirubin entstehen.

Im Alltag und beim Sport kommen in der Regel vergleichsweise harmlose Verletzungen vor, die gut abheilen. Doch ältere Menschen neigen zu schnell entwickelten Blutergüssen, da ihre Haut und Gewebe immer dünner werden und die Blutgefässe nicht so gut schützen können. Die Gefässwände werden mit dem Alter auch weniger elastisch und können sogar bei geringer Krafteinwirkung reissen.

Was kann man tun, um blaue Flecken loszuwerden? Hier finden Sie einige Tipps.

  • Kühlen Sie die betroffene Stelle sofort nach der Verletzung ab, um das Zusammenziehen der Blutgefässe zu fördern und die Ausbreitung eines blauen Fleckes zu reduzieren. Sie können einen kalten Waschlappen verwenden und diesen wechseln sobald er angewärmt ist. Auch ein Kühlpad ist gut, doch legen Sie ein Pad nie direkt auf die Haut.

  • Achten Sie darauf, die betroffene Stelle nicht länger als fünf Minuten zu kühlen, um die körpereigenen Reparaturfunktionen nicht zu hemmen.

  • Haben Sie keine Möglichkeit, die betroffene Stelle abzukühlen, drücken Sie diese unmittelbar nach dem Stoss mit der Hand fest und halten Sie den Druck einige Minuten lang an.

  • Wenn es möglich ist, lagern Sie schnellmöglichst die verletzte Stelle hoch. Das sorgt dafür, dass sich weniger Blut unter der Haut verteilt.

  • Schonen Sie die verletzte Stelle und vermeiden Sie Bewegungen mindestens einige Stunden nach der Verletzung. Aus diese Weise wird die betroffene Stelle weniger stark durchblutet. Das verhindert auch, dass die verletzten Blutgefässe wieder aufbrechen.

  • Entzündungshemmende und schmerzlindernde Salben mit Heparin oder Arnika lindern die Beschwerden und helfen gegen Schwellungen. Beim Heilungsprozess helfen auch Beinwell, Johanniskraut, Kampfer, Ringelblume und Rosskastanie.

  • Blaue Flecken werden durch Vitaminmangel gefördert. Achten Sie darauf, immer gut mit den Vitaminen D, C und K versorgt zu sein, deren Mangel oft an Hämatomen und inneren Blutungen schuld ist.

  • Falls Sie bei sich häufiger blaue Flecken nach leichten Stössen beobachten, konsultieren Sie einen Arzt, um die Ursachen zu klären.

  • Bei starken Schmerzen, bei Blutergüssen am Kopf, am Auge oder im Genitalbereich rufen Sie sofort einen Arzt.

Mit diesen Tipps werden Sie einen unschönen blauen Fleck schnell wieder los!

Fakten zum Thema

  1. Blaue Flecken sind unmittelbar nach der Verletzung gar nicht blau, sondern rötlich.
  2. Hämatome können sich bei manchen Menschen auch an ungewöhnlichen Körperstellen bilden, etwa wie an der Innenseite der Schenkel. Das geschieht durch eine Störung der Blutgerinnung.
  3. Knoblauch, Ingwer und Fischöl verdünnen Blut und können daher blaue Flecke fördern.
  4. Eine angeborene Blutgerinnungsstörung ist unter der Bezeichnung Willebrand-Jürgens-Syndrom bekannt.




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