Thema der Woche

Cholesterin: Freund oder Feind?

Cholesterin ist nicht gleich Cholesterin. Seine negativen Auswirkungen auf unsere Gesundheit sind bekannt, doch ist dieser Stoff wirklich so gefährlich?

Häufig gilt Cholesterin als ein ungesunder Stoff, dem die Verstopfung unserer Gefässe zugeschrieben wird. Doch ohne Cholesterin wäre kein Leben möglich! Es ist Hauptbestandteil der Zellwand, der für die Stabilität der Hülle sorgt. Cholesterin spielt eine wichtige Rolle bei der Herstellung verschiedener Hormone wie Kortison, Testosteron und Östrogen. Es ist an körpereigener Vitamin D-Produktion beteiligt und ist unentbehrlich für die Herstellung von Gallensäuren und somit für die Fettverdauung.

Dieser lebenswichtige Stoff wird zum grössten Teil von unserem Körper selbst produziert, wobei ein richtiger Cholesterin-Kreislauf entsteht: das gebildete Cholesterin wird in den Darm abgegeben und dort wieder aufgenommen. Es wird aber auch durch die Nahrung zugeführt. Unser Körper verfügt über einen wunderbaren Regulierungsmechanismus: nach einer deftigen Mahlzeit reduziert er die Eigenproduktion. Doch auch dieser schöne Regulationsprozess kann strapaziert werden und der Gesamt-Cholesterin-Spiegel im Blut sagt fast nichts aus. Man unterscheidet zwei Arten von Cholesterin: LDL-Cholesterin (konditionell auch „schlechtes“ Cholesterin genannt) und HDL-Cholesterin („gutes“ Cholesterin). Entscheidend ist also das Verhältnis von LDL- und HDL-Cholesterin, das ausgeglichen sein und für ein optimales Zusammenspiel im Körper sorgen muss. Zu hoher LDL-Cholesterin-Gehalt auf Dauer kann eine Gefässverengung (Arteriosklerose) fördern.

Diese Tipps helfen Ihnen, einen guten Cholesterinspiegel zu erreichen.

  • Eine ausgewogene Ernährung. Darunter wird keinesfalls eine reine cholesterinarme Diät gemeint, sondern eine Umstellung auf gesunde Ernährung mit viel frischem Gemüse, Obst sowie Vollkornprodukten und anderen ballaststoffreichen Nahrungsmitteln.

  • Meiden Sie Produkte mit hohem Zuckergehalt. Die Aufnahme von zu viel Zucker und einfachen Kohlenhydraten wie Glucose sollte verringert werden.

  • Zu viel Fertigprodukte sind tabu. Frittierte Lebensmittel, Wurstwaren, Milchprodukte und Backwaren enthalten gehärtete pflanzliche Fette, welche den Gehalt von ungesundem Oxycholesterin im Blut erhöhen, was zu Ablagerungen in den Arterien führt.

  • Gutes Cholesterin erhöhen. Es empfiehlt sich, pflanzliche Fette und Öle mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren anstelle von tierischen Fetten zu bevorzugen. Einfach ungesättigte Fettsäuren, die zum Beispiel in Avocados, Mandeln, Haselnüssen, Rapsöl und Olivenöl stecken, senken den LDL-Cholesterin.

  • Omega-3-Fettsäuren lassen das gute Cholesterin ansteigen. Sie sind reichlich in Fisch, Lein- und Rapsöl enthalten.

  • Ausdauersport lässt sich das “gute” Cholesterin erhöhen. Aber auch verschiedene Freizeitaktivitäten mit Freunden, Spaziergänge oder Treppensteigen statt eines Aufzugs tun nicht nur Ihrem Körper gut, sondern beeinflussen Ihren Cholesterinspiegel positiv.

  • Ruhe und Entspannung sind höchst empfehlenswert, da chronischer Stress den Cholesterinspiegel erhöhen kann. Atemübungen, Yoga, autogenes Training oder einfach etwas Zeit für sich schaffen wahre Wunder.

  • Lassen Sie Ihren Körper regelmässig von einem Spezialisten untersuchen – sogar wenn Sie keine Beschwerden haben. So können Sie mögliche Risikofaktoren im Voraus erkennen und dann entsprechend handeln.

Achten Sie auf eine gute Verteilung von pflanzlichen und tierischen Fetten, verzehren Sie Fertigprodukte nur selten, treiben Sie Sport und erreichen Sie einen guten Cholesterinspiegel!

Fakten zum Thema

  1. Mit dem Essen wird ca. 25 Prozent des Cholesterins zugeführt. Der Rest (60 bis 75 Prozent) stammt aus der Eigenproduktion, wobei Cholesterin hauptsächlich in der Leber produziert wird.
  2. Laut Studien, zeigt das Eier-Cholesterin keine negativen Auswirkungen auf das Cholesterin im Blut.




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