Thema der Woche

Sonnenallergie

Ein angenehmes Sonnenbad kann mit unangenehmen Hautveränderungen enden. Sonnenstrahlen sind zwar gut für unseren Körper, doch können neben der Vitamin-D-Bildung auch eine Sonnenallergie mit Rötungen, Jucken und Pusteln verursachen.

Sonnenallergie ist keine klassische Allergie, obwohl ihre Symptome den Symptomen echter Allergien ähneln. Unser Körper reagiert auf Sonnenlicht normalerweise mit einer verstärkten Produktion von Melanin, das das Erbgut in den Zellen vor UV-Strahlung schützen soll. Wird dieser Prozess beeinträchtigt, kann sich der Körper des Betroffenen nicht mehr ausreichend schützen und lästige Symptome wie Juckreiz, Bläschen oder Hautrötung lassen nicht lange auf sich warten. Eine Sonnenallergie zeigt sich besonders oft im Frühling, wenn die Haut lange Zeit keiner Sonneneinstrahlung mehr ausgesetzt war. Mit der Zeit produziert die Haut mehr Hautpigment Melanin. Sobald sich die Haut an die Sonne gewöhnt hat, haben die Betroffenen immer weniger Beschwerden. Die Gründe hierfür sind noch nicht vollständig erforscht. Man vermutet, dass UV-Strahlen in der Haut eine eigentlich harmlose körpereigene Substanz in ein Allergen umwandeln, so dass es zu einer allergischen Reaktion der Haut kommt. Es gibt auch eine andere Vermutung, dass sich freie Radikale unter Sonnenlicht-Einfluss in der empfindlichen Haut bilden und dort krankhafte Veränderungen verursachen können.

Es gibt phototoxische (chemische) Reaktionen, wobei die Haut empfindlicher als sonst auf UV-Strahlung reagiert – und zwar nach dem Kontakt mit dem sogenannten Photosensibilisator (Kosmetika, Chemikalien in Reinigungsmitteln, Johanniskraut usw) durch sogenannte photoallergische Reaktionen. Eine photoallergische Reaktion trifft nur Menschen, die bereits gegen bestimmte Stoffe sensibilisiert wurden. Sie wird durch Prozesse des Immunsystems in Gang gesetzt, sobald sogenannte Photoallergene auf oder in der Haut dem Sonnenlicht ausgesetzt sind. Die Symptome zeigen sich nach 12 bis 72 Stunden. Zu den Photoallergenen gehören zum Beispiel kosmetische Produkte und Parfums, Sonnenschutzmittel, Antibiotika und andere Medikamente, Pflanzen wie Sellerie, Petersilie und Zitrusfrüchte.

Allergische Reaktionen können sich auch auf Hautflächen verbreiten, die nicht der Sonne ausgesetzt waren. Typisch sind Rötungen und Schwellungen der Haut, Juckreiz, Knötchen, Quaddeln und Bläschen. Die Beschwerden verschwinden langsam, falls der:die Betroffene direkte Sonneneinstrahlung meidet. Doch die Allergie selbst bleibt in der Regel das ganze Leben lang.

Sind Sie auch davon betroffen? Folgende Tipps können Ihnen helfen.

  • Gewöhnen Sie Ihre Haut nur langsam an die Sonne. Dies nennt man Phototherapie und hilft, den lästigen Beschwerden vorzubeugen.

  • Meiden Sie die Mittagssonne (zwischen 11 und 15 Uhr), wenn die Sonneneinstrahlung ihr Maximum erreicht.

  • Tragen Sie passende UV-dichte Kleidung wie Blusen, Hemden oder Hosen. Ein Sonnenhut ist dabei ein Muss. Es gibt sogar spezielle Textilien, die durch ihre Webart oder Beschichtung besonders gut vor intensiver Sonneneinstrahlung schützen.

  • Verwenden Sie Sonnenschutzmittel mit einem Lichtschutzfaktor ab 25, die sowohl gegen UV-B, als auch gegen UV-A-Strahlen schützen. Bevorzugen Sie fettfreie Sonnenschutzmittel, die auch möglichst frei von Duft- und Konservierungsstoffen sind.

  • Tragen Sie Sonnenschutzmittel ca. 30 Minuten vor der Sonnenexposition auf und cremen Sie sich beim Schwitzen häufig nach, um Verluste durch Schwitzen auszugleichen.

  • Verzichten Sie auf Kosmetika, Parfüms und parfümhaltige Deos beim Aufenthalt in der Sonne.

  • Einfache Hausmittel können schnelle Abhilfe schaffen: eine Quarkpackung, Eis und Kühlpads können den Juckreiz lindern, da sich die Gefässe durch die Kühle zusammenziehen. Das trägt dazu bei, dass die Schwellungen abklingen. Auch feuchtigkeitsspendende Cremes sind sinnvoll.

  • Vergessen Sie nicht, dass UV-A-Strahlen zu einem gewissen Teil auch durch normales Fensterglas dringen. Man ist daher sogar im Auto nicht hundertprozentig vor Sonne geschützt. Bei Bedarf können Sie UV-undurchlässige Folien an Fenster im Haus und Auto aufbringen.

  • Manche Experten empfehlen die Einnahme von Antioxidantien, um die Symptome einer Sonnenallergie zu verbessern.

  • Das Antihistaminika in Salben- oder Tablettenform drei Tage vor Reisebeginn sowie den gesamten Urlaub hindurch sind empfehlenswert, wenn man häufig unter einer Sonnenallergie leidet. Konsultieren Sie Ihren Arzt, bevor eine solche medikamentöse Therapie in Betracht zu ziehen.

  • Treten schwere Symptome auf, suchen Sie unbedingt einen Arzt auf.

Mit diesen Tipps und Tricks lassen sich die lästigen Beschwerden der Sonnenallergie deutlich lindern!

Fakten zum Thema

  1. Polymorphe Lichtdermatose tritt häufig bei Frauen zwischen 20 und 40 erstmal auf.
  2. Bestimmte Lichtschutzfaktoren in Sonnencremes können nicht nur die Haut von UV-Licht schützen, sondern auch als Photoallergene wirken und photoallergische Kontaktdermatitis auslösen.
  3. Die Medizin kennt keine Begriffe “Sonnenallergie” und “Lichtallergie”. Diese Begriffe sind umgangssprachlich.
  4. Eine photoallergische Reaktion kann auch bei Sonneneinstrahlung in verglasten Räumen entstehen, da sie durch UV-A-Strahlen ausgelöst wird.




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